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Black

Abschied von Black

5 Monate und 11 Tage können ALLES bedeuten. 5 Monate und 11 Tage hatte unser Black ein behütetes, würdiges Leben. 5 Monate und 11 Tage war er glücklich – diese Zeit war sein eigentliches Leben. Black inhalierte jede Sekunde davon. Es hätte mehr sein sollen; eher beginnen müssen. Aber Black war einst einer der Unsichtbaren, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer mag, kann seine traurige Geschichte hier nachlesen.

Blacks Körper war zuletzt müde, alle Lebensenergie verbraucht. Er legte sich abends in sein Körbchen und statt aufzuwachen, hat er losgelassen. Still und leise ist er gegangen. Bei aller Trauer müssen wir dennoch dankbar sein. Denn er hatte jede Menge Zuneigung im Gepäck, lag warm und weich, nicht einsam auf dem staubigen Beton des Tierheimgeheges. Black wurde geliebt, wird vermisst, hinterlässt etwas. Und zwar die Gewissheit, dass es sich immer(!) lohnt, einem vom Leben gebeutelten Hund eine Chance zu geben. Auch 5 Monate und 11 Tage. Black hat seine Vergangenheit hinter sich lassen dürfen und geht anders aus der Welt, als er sie betrat.
Wir danken seiner Pflegefamilie von Herzen dafür und werden Black niemals vergessen.

Seine Pflegemutter Heike schreibt rührend über den großen Schatz: Als Black zu mir kam, hatte ich große Bedenken, ob ein so alter Hund sich überhaupt noch einleben wird. Aber da kannte ich Black noch nicht! Am Flughafen holten wir ihn ab und er sprang sofort ins Auto - ich war erstaunt! Dieser Hund erstaunte mich immer wieder: Er war taub. Wenn man es nicht wusste, merkte man es nicht. Er war immer gut gelaunt und strahlte eine Wahnsinnsruhe aus. Meine Hündin Faith liebte ihn - auch wenn er ihr anfangs das Futter klaute! Nachmittags lief er im Rudel mit 7 Hündinnen - das gefiel ihm! Er beschützte uns vor allem und jedem; aber auch das in seiner ruhigen, liebenswerten Art. Er war immer wieder erstaunt, was es doch für leckere Sachen zu essen gab! Im Handumdrehen hatte er hier auf dem Hof eine große Fangemeinde. Besonders die Kinder mochten ihn - er sie aber auch! Er hatte eine Physiotherapeutin, Andrea Kubillus aus Krefeld, die ihn kostenlos behandelte - auch die zwei mochten sich sehr gern! Es war, als ob er schon immer hier gelebt hätte. Er war so ein Schatz - ein bisschen eigenwillig bis stur - aber liebenswert und nie böse. Wir vermissen ihn so sehr! Ich hätte ihn gerne noch ein langes Stück begleitet - danke, dass ich diesen tollen Hund kennen lernen durfte!

Hier ist seine traurige Geschichte:

Er kannte seinen Namen nicht, denn niemand sprach ihn an - wir nennen ihn Black.
Er wurde gerettet, und dennoch war er der größte Verlierer in unserem Kooperationstierheim. Fast 1,5 Jahre ist es her, dass Sardinien, und auch das Tierheim in Olbia, von einem großen Unwetter heimgesucht wurde und Black wurde - wie viele andere Hunde - vor dem Ertrinken bewahrt. Viele Ausläufe waren zerstört, er wurde alleine in einem komplett geschlossenem Gehege, ohne Blickkontakt nach draußen, „geparkt“.

Die Aufräumarbeiten waren irgendwann vorbei, aber er wurde weiter alleine gehalten. Er bekam weiter sein Futter und Wasser, aber niemand kam auf die Idee, ihn aus dieser Einzelhaft zu befreien.Niemand kümmerte sich um ihn, denn Black wurde als schwierig eingestuft. Wir wollen hier nicht anklagen, wir wissen, wie schwer die Arbeit bei fast 700 Hunden ist.

SO WURDE ER EINFACH VERGESSEN! Der Zustand seines Fells ist Zeugnis dieser verlorenen 1,5 Jahre.

Black war seit 11 Jahren in unserem Partnertierheim und wurde von seinem ehemaligen Besitzer misshandelt. Die Tierärztin berichtet, dass sein Vertrauen in die Menschen sehr stark gelitten hat. Wir hatten einen Traum, und in diesem Traum sahen wir ihn glücklich über eine Wiese laufen. Sein Fell vom Filz befreit, es glänzt und seine Augen strahlen. Wir glaubten fest daran, dass diese Vision kein Traum bleiben würde.

Update Mai 2015

Unser Traum ist in Erfüllung gegangen!!!

Black hat eine kompetente und sehr liebevolle Pflegestelle gefunden. Und es gibt Fotos auf der Wiese von einem glücklichen Black. Seine, durch Zahnstein fast nicht mehr erkennbaren Zähne wurden in der Klinik gereinigt, zwei Zähne mussten gezogen werden. Black hatte offensichtlich wirklich sehr starke Zahnschmerzen und, laut der Pflegestelle, arge Mühe bei der Futteraufnahme. Somit haben wir uns selbstverständlich entschlossen, zeitnah diesen teuren Eingriff durchführen zu lassen. Die Ärzte waren fassungslos, was sich alles in den Zahntaschen befand. Kleine Unkrauthalme, Holzstückchen, Haare, Steinchen.

Der Tierarzt meinte, ihm sei es unverständlich, dass Black nicht zusätzlich viele Abszesse im Maul habe. Nun ist Black runderneuert und wird in Kürze das Fressen wieder genießen können.