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Vento

Vento galoppiert endlich!

Sicher erinnert Ihr Euch alle an Vento, das etwa 4-5jährige Pferd auf dem HOPE-Grundstück.

Auch er wurde, genau wie die 29 Hunde, alleine auf dem Gelände zurückgelassen. Ebenso wie die Hunde, war auch Vento völlig ausgehungert und fraß in seiner Verzweifelung in einem unbeobachteten Moment das von uns mitgebrachte, fleischhaltige Hundefutter. Grausam!

Als Herdentier litt er unter der Einsamkeit und suchte Anschluss. Jedes Mal, wenn wir auf HOPE waren, freute er sich über uns Menschen und folgte uns auf Schritt und Tritt. Wir hatten unvergessliche Momente mit Vento. Er schaute zum Beispiel liebend gerne durch das Fenster des kleinen Hauses und wir fühlten uns ein wenig wie Pipi Langstrumpf. Er brachte einen zum Lachen, wenn man ganz versunken auf der Toilette saß, indem er plötzlich seinen Kopf neugierig hereinsteckte, um zu gucken, was denn da wohl los ist.

Auch Vento sollte unbedingt sein Glück finden und so suchten wir nach einem geeigneten, artgerechten Platz für ihn. Das war nicht einfach, gerade auf Sardinien. Die Leute wollten wissen, was er „kann“, ob er reitbar ist und vieles mehr. Das war uns nicht so ganz geheuer, denn eines wussten wir ganz genau - nach all dem Horror, den er hinter sich hatte, sollte er auf keinen Fall als Touristenpferd enden.
Glücklicher Zufall oder Schicksal? Jedenfalls kamen wir mit einem Eselfreund in Kontakt, der ein Grundstück mit 800.000 qm und 34 Eseln darauf besitzt. Er war sofort bereit, Vento endlich das zu bieten, was für ein Pferd elementar wichtig ist. Ein großes Areal, auf dem man frei umherstreifen, weiden und galoppieren kann – und vor allem die Möglichkeit, als Herdentier nicht alleine sein Dasein fristen zu müssen.

Kurzum, Vento durfte vor einigen Wochen umziehen und wir haben ihn dort besucht. Kommt sein „neuer“ Besitzer und hupt, sieht man Vento wiehernd herangaloppieren! Ein Bild, das uns die Freudentränen in die Augen trieb.

Vento, wir konnten unser Versprechen erfüllen. Nun bist du endlich auf der Sonnenseite des Lebens angekommen. Wir sind glücklich und dankbar.

Vento – das bedeutet „Wind“ – kann seinem Namen endlich Ehre machen und galoppiert mit wehender Mähne in den Sonnenuntergang. Mach´s gut, Süßer, wir werden Dich niemals vergessen!