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Bandiera

Bandiera ist für immer gegangen.

Unser aller Traum, ihn hier in seiner Pflegestelle noch lange glücklich sehen zu dürfen, ist wie eine Seifenblase geplatzt.

Unsere letzte traurige Pflicht gegenüber diesem charmanten und wunderbaren Senior bestand darin, ihn auf seinem letzten Weg nicht alleine zu lassen, ihn in die Arme zu nehmen, ihn zu drücken und ihm liebvolle letzte Worte in sein zerfleddertes Öhrchen zu flüstern. Er hatte einfach keine Kraft mehr, aber als eines der Kinder der Pflegestelle ins Zimmer kam, hob er nochmal sein Köpfchen  und  noch einmal kam Glanz in seine müden Augen.

Bandiera, der von seiner Familie liebevoll Ben Blümchen genannt wurde, war wirklich wie eine zarte Pflanze. Mit der Hilfe vieler Menschen, die sein Schicksal berührt hatte, durfte er endlich am 6.1.2015 nach Deutschland kommen. Als wir ihm sein Mäntelchen abnahmen, waren wir erschrocken, wie zerbrechlich dieser große Hund darunter war. Er konnte sich kaum auf den Beinen halten, knickte immer wieder ein und stank bestialisch.

Aber er war sofort  so unendlich freundlich und hat dankbar jede Hilfe angenommen. Wir haben ihn gebadet und waren mit ihm zusammen so glücklich, als er in seinem Körbchen lag. Er hat Anja und die Kinder  sofort in sein Herz gelassen und weinte, wenn er sie nicht sehen konnte. Er hatte soviel  Ehrgeiz und Stolz: Nach wenigen Tagen ist er alleine die Treppe gelaufen. Es sah alles so gut aus.

Anja hat ihn gebürstet und kiloweise altes Fell entfernt, er hatte seine „Stopper-Socken“, um auf dem Boden der Wohnung nicht auszurutschen, er liebte seine Spezial-Matratze.

Wir träumten davon, ihn bei den ersten warmen Sonnenstrahlen über die Wiese laufen zu sehen….

Mit dem Wintereinbruch ging es auch Ben schlechter. Als würde die Kälte und das schlechte Wetter ihm die letzte Kraft nehmen. Er hatte keinen Spaß mehr an den Spaziergängen, wollte schnell wieder zurück, wollte schließlich gar nicht mehr raus. Die Tierärztin hörte Herzgeräusche, seine Blutwerte wurden schlecht. Ben wurde immer schwächer. Lotte (die Ersthündin der Familie) fing an, sich intensiv um ihn zu kümmern, als wüsste sie bereits, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde ….

In den Abendstunden des 5. Februar hat Bens Herz aufgehört zu schlagen. Er ruht im Garten seiner Vermittlerin – in unmittelbarer Nähe zu Mafalda (Maffie), die 2011 aus Sardinien kam und im gleichen Jahr verstarb. Die Ersthündin der Vermittlerin „Mira“ besucht diesen Platz  und liegt oft dort. 

Ciao Ben Bandiera Blümchen!

Deine Seele ist nun frei und unsere Tränen wünschen Dir Glück!

Die letzten Worte gehören seinem Pflegefrauchen Anja, die ihn beispiellos umsorgt und gepflegt hat.

Danke Anja, ohne Dich und Deine Jungs, hätte er niemals Liebe erfahren!

Für Ben:
Unser liebes "Blümchen"...auf müden und schwachen Pfoten hast Du Dich auf Anhieb in unser aller Herz geschlichen und dort sofort einen riesengroßen Platz erhalten!!! Auch wenn Du, aufgrund Deines Alters und Krankheit, ein sehr unauffälliges und ruhiges Gemüt hattest, hinterlässt Du ein großes Loch in unserem Leben- auch schon nach nur einem Monat, den wir mit Dir erleben durften... Du warst ein so liebevolles Tier, ein sanfter "Riese", unser Blümchen eben... Während ich diese Zeilen schreibe, kullern wieder dicke Tränen... Ben, gerade weil Du warst wie Du warst und nur noch wenig Kraft hattest, war alles, was Du uns gegeben und gezeigt hast, doppelt und dreifach so wertvoll für uns!!! Und wenn es auch " nur" Dein freundliches Schwanzwedeln war...

RIP lieber Ben!!!!