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Elide

Elide ist gegangen

Angesichts Elides Geschichte halten wir einen Moment inne, mit schwerem Herzen. Hilflos und traurig, dass wir nicht mehr für die bezaubernde Hündin tun konnten. Wie kann es sein, fragen wir uns, dass ein unschuldiges Wesen nach langen Qualen nur kurz am Glück schnuppern und es dann doch nicht genießen durfte? Ganze 6 Wochen konnte sie glücklich sein, wurde geliebt und behütet, war willkommen. Dann ist sie gestorben…

Um daran zu erinnern, wie wichtig Herzensgröße ist und um Elides zu gedenken, möchten wir ihre tragische Geschichte hier noch einmal erzählen.

Die zarte Jagdhündin wurde als Gebärmaschine missbraucht, dann entsorgt. Sie musste von unseren Kollegen auf Sardinien von ihrem Fundort - unter einer Brücke - weggetragen werden, so schwach war sie. Man päppelte sie liebevoll auf, was lange Zeit dauerte. Als wir Elides Daten anforderten, um sie in die Vermittlung zu nehmen, wurde sie uns als Dreijährige gemeldet. Es gab keinen Anlass, an ihrem Alter zu zweifeln.
Nach langer Zeit kam endlich eine tolle Anfrage für die Maus. Die Menschen, die Elide ein Zuhause geben wollten, hatten zuvor ihren älteren Hund verloren. Er war sehr krank. Die Familie tat jedoch bis zum Schluss alles Menschenmögliche und litt furchtbar während Krankheit und Tod ihres Hundes. Deshalb hatte sie sich bewusst für die junge Elide entschieden, wollte Sport mit ihr machen, ein aktives Hundeleben führen. Als wir die Maus am Flughafen zum ersten Mal live sahen, wurde klar, dass sie deutlich älter ist. Ihr Heimtierpass datierte sie auf 8 Jahre, worüber man uns nicht informiert hatte. Ihre Adoptanten waren verständlicherweise zunächst geschockt, weil sie sich auf ein Leben mit einem Junghund gefreut hatten. Wir kamen überein, dass Elide bei ihnen als Pflegehund bleibt, bis wir eine Lösung gefunden haben. Aber Elide, die kleine Zaubermaus, hat sich praktisch über Nacht in das Herz ihrer Pflegeeltern geschlichen –  sie wollten ihre Elli nie wieder hergeben!

Dieser Moment des Glücks war sehr kurz. Elli bekam plötzlich starke Schmerzen, konnte nicht mehr richtig laufen, wurde harninkontinent. Selbst starke Schmerzmittel konnten dies nur unzureichend lindern. Verschiedene Untersuchungen und die Röntgenbilder brachten keine Klarheit. Elide bekam eine Hinterhandlähmung, hatte weiterhin Schmerzen. Erst die MRT (Magnetresonanztomographie) unter Vollnarkose brachte die furchtbare Wahrheit ans Licht: Ein inoperabler Tumor, der sich in einem Wirbelkörper gebildet hatte und auf das Rückenmark drückte, war der Grund für Elides Zustand. Absolut chancenlos. Das einzige, was man für die tapfere Elli tun konnte, war, sie während der Narkose auf ihre letzte, große Reise zu schicken. Jede Minute, die sie wach war, hätte weiteres Leid bedeutet.

Ihre Familie durchlebt den Kummer, ein geliebtes Wesen zu verlieren, nun zum zweiten Mal in Folge. Sie sagen „Elli hat uns so viel gegeben….“ Das ist aber auch anders herum so: Elli hat in diesen 6 Wochen das kostbarste aller Geschenke bekommen: Liebe und Geborgenheit. Wir danken ihren Menschen innig dafür.

Es ist nicht gerecht, es scheint uns grausam. Aber wie grausam wäre es gewesen, wenn Elide sich in einem Tierheim mit über 650 Hunden noch ungewisse Zeit mit ihrer tödlichen Erkrankung hätte quälen müssen? Bei aller Trauer sind wir froh, dass sie hier einen würdigen Abschied haben durfte. Sie war nicht mehr allein. So vielen anderen Hunden bleibt dies versagt…

Die Pflegestelle von Elida schreibt:

Unsere erste Begegnung am Flughafen war anders als geplant, aber unsere Elide schaffte es wirklich über Nacht unser Herz

zu erobern. Mit ihrer Sanftmütigkeit und ihren lieben Augen hatte sie uns schnell um den Finger gewickelt. Sie forderte

ständig ihre Streicheleinheiten ein, weshalb sie schnell den Kosenamen "Schmusekugel" bekam. Das hatte uns bis dahin sehr

gefehlt, da unsere bisherige Hündin die letzten 2 Jahre keine großen Schmuseeinheiten mehr wünschte.

Es war herrlich sie beim Aufstehen und nach der Arbeit begrüßen zu können. Sie freute sich immer sichtlich, das man wieder bei ihr war und forderte ihre Streicheleinheit erneut ein. :-)

Sie war zu keiner Zeit alleine, da die Eltern sich tagsüber liebevoll um sie kümmerten. Gassi gehen, streicheln, kuscheln,....

Auch die beiden hatte sie schnell in ihr Herz geschlossen. Sie vermissen sie ebenso wie wir.

Wir sind sehr dankbar das wir die Zeit mit Ellie so intensiv verbringen durften, wenn diese auch viel zu kurz war. 

Wir bereuen nichts, würden alles wieder ganz genauso machen und sind dankbar. Vielen Dank, liebe Ellie für die Liebe und das Vertrauen, das du uns so schnell entgegen brachtest. Grüß uns unsere Sina und habt gemeinsam eine schöne Zeit.

Wir werden dich nie vergessen !!!